FORSCHUNG UND WISSENSCHAFTLICHKEIT

Die Weiterbildung in Gestalttherapie am igw Schweiz basiert auf wissenschaftlich fundierten, theoretischen und praxisbezogenen Erkenntnissen.

Die Weiterbildung bezieht aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in Theorie und Praxis systematisch mit ein. Evidenz aus der allgemeinen Psychotherapie- und Wirkfaktorenforschung fliessen ebenso ein wie Forschung zur Gestalttherapie.

Die Gestalttherapie bezieht Erkenntnisse aus der Emotionspsychologie, der Neuropsychologie sowie der Wahrnehmungspsychologie mit ein. Diese Disziplinen liefern empirische Grundlagen für zentrale gestalttherapeutische Konzepte wie Bewusstheit, Selbstregulation und die Bedeutung des Erlebens im Hier und Jetzt.

Gestalttherapie ist ein wissenschaftlich anerkanntes psychotherapeutisches Verfahren. Wie andere evidenzbasierte Psychotherapieverfahren zeigt sie eine hohe Wirksamkeit.

Wirkprinzipien der Gestalttherapie

  • Therapeutische Beziehung: Die Beziehungsgestaltung steht im Zentrum des gestalttherapeutischen Arbeitens. Sie wird dialogisch verstanden – als wechselseitiger, authentischer Kontakt auf Augenhöhe.
  • Erlebens- und Erfahrungsorientierung: Der Fokus liegt auf dem gegenwärtigen Erleben der Patient:innen, insbesondere auf Emotionen, Körperempfindungen, inneren Bildern und Beziehungserfahrungen. Das zugrundeliegende Thema wird in der therapeutischen Situation aktiviert und direkt bearbeitet.
  • Experimentelle und emotionsvertiefende Vorgehensweise: Durch Arbeit an Emotionen können festgefahrene Muster effektiv bearbeitet werden. Eine Möglichkeit bietet die Technik des leeren Stuhls, welche eine hohe Wirksamkeit in der Bearbeitung von «unfinished business» zeigt
  • Prozessorientiertes Vorgehen: Zeichnet sich durch ein flexibles Eingehen auf das Gegenüber sowie eine kontinuierliche Anpassung des Vorgehens im therapeutischen Prozess aus.
  • Achtsamkeit und Gewahrsein (Awareness): Bewusstheit für innere Prozesse wird als Voraussetzung für Integration und Entwicklung verstanden. Dies umfasst auch die bewusste, nicht wertende Wahrnehmung vom eigenen Erleben, wie auch von Beziehungsmustern, Körperprozessen und affektiven Zuständen.
  • Ressourcenorientierung: Diese Sichtweise auf den Menschen ermöglicht die Auseinandersetzung auch mit schambehafteten und schwierigen Themen und unterstützt eine positive Entwicklung
  • Embodiment: Der Mensch wird ganzheitlich betrachtet, körperliche Prozesse sind untrennbar mit unserem Erleben verbunden und werden selbstverständlich in die therapeutische Arbeit einbezogen.

Erfahrungsorientiertes Lernen
Unser Weiterbildungsprogramm lebt eine erfahrungsorientierte Vermittlung, bei der die Teilnehmenden Kompetenzen aktiv einüben und direktes, persönliches Feedback erhalten. Diese Vermittlungsweise fördert nachweislich wirksamer das Erlernen psychotherapeutischer Kompetenzen als Frontalunterricht.

Am igw Schweiz wird diese praxisorientierte Kompetenzentwicklung mit Selbstverständlichkeit und jahrzehntelanger Erfahrung umgesetzt.

Wissenschaftlicher Beirat
Prof. em. Dr. phil. Wolfgang Tschacher
Universität Bern
Forschungsschwerpunkte: Psychotherapie, Embodiment, nonverbale Synchronie

Prof. Dr. phil. Agnes von Wyl
Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (zhaw)
Forschungsschwerpunkte: Psychotherapie, psychische Gesundheit, Säuglings- und Kleinkindforschung

Prof. Dr. phil. Hugo Grünwald
Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (zhaw)
Forschungsschwerpunkte: Wirksamkeitsforschung, Qualitätssicherung in der Psychiatrie

Forschungsbeauftragte
Barbara Laskowska-Müller, M.Sc., igw Schweiz
Annette Hillers-Chen, Dr. phil., Assoc. Prof., IGW Würzburg
Ursula Grillmeier, M.Sc., IGWien

Wissenschaftskommission
Die Mitglieder der Wissenschaftskommission treffen sich in regelmässigen Abständen mehrmals pro Jahr und tragen zur wissenschaftlichen Fundierung der Weiterbildung bei. Mitglieder haben einen wissenschaftlichen Hintergrund und halten ihr Wissen aktiv auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand. Bei Bedarf findet ein Austausch mit dem Wissenschaftlichen Beirat statt.

Die Aufgaben der Wissenschaftskommission umfassen:

  • Förderung und Integration der wissenschaftlichen Fundierung des Weiterbildungsganges
  • Erarbeitung von Massnahmen und Inhalten zur wissenschaftlichen Verankerung des Curriculums
  • Transfer von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen in die verschiedensten Lehrformate
  • Durchführung von Trainer:innen-Schulungen zu aktuellen wissenschaftlichen Themen, um die Wissensvermittlung an die Weiterzubildenden zu gewährleisten
  • Zusammenstellung des wissenschaftlichen Beirats
  • Vernetzung und Zusammenarbeit mit Hochschulen

Mitglieder der Wissenschaftskommission
Anaïs Aeschlimann, Dr. phil.
Jessica Güntert, M.Sc.
Gabriela Frischknecht, lic.phil.
Stephan Fundinger, M.Sc.
Marc Gallus, M.Sc.
Barbara Laskowska-Müller, M.Sc.
Ran Wehrli, M.Sc.